Der Wall-Street-Riese Citi (C) erklärte, dass der schleppende Start der traditionellen Santa-Claus-Rally das Jahresend-Equity-Revival möglicherweise noch nicht zum Scheitern bringen wird, jedoch auf den Bitcoin BTC$101.479,20-Einbruch als Warnsignal hinweist.
Das Handelsverhalten von Bitcoin hat historisch betrachtet die Entwicklung des Nasdaq 100 widergespiegelt: Wenn die Kryptowährung über ihrem 55-Tage-Durchschnitt liegt, verbessern sich die Renditen des Nasdaq deutlich, schrieben Analysten unter der Leitung von Dirk Willer im Bericht vom Donnerstag.
Da Bitcoin nun unter dieser Schwelle liegt, erklärten die Analysten, dass die risikoadjustierten Renditen des Aktienmarktes sich abgeschwächt haben.
Die Analysten der Bank führten die jüngste Schwäche im Kryptobereich überwiegend auf eine Verschärfung der Liquiditätsbedingungen zurück. Der Wiederaufbau der Bargeldreserven des US-Finanzministeriums, kombiniert mit rückläufigen Bankreserven, die seit Mitte Juli um etwa 500 Milliarden US-Dollar gesunken sind, hat ausgelöschte Liquidität und unter Druck gesetzte Risikowerte.
Die Analysten stellten fest, dass Aktien dank des Booms der Künstlichen Intelligenz (KI) zwar widerstandsfähig geblieben sind, Bitcoin jedoch tendenziell schneller auf Liquiditätsverschiebungen reagiert. Die gute Nachricht, so der Bericht, ist, dass die Treasury-Bestände nun nahe den Niveaus liegen, an denen ein Wiederaufbau typischerweise gestoppt wurde, was darauf hindeutet, dass sich die Liquidität bald verbessern und sowohl Bitcoin als auch Aktien beleben könnte.
Dennoch sieht Citi neue Bedenken im Zusammenhang mit dem KI-Handel aufkommen. Investoren stellen infrage, ob die massiven Ausgaben für KI ausreichende Renditen erzielen werden, zumal Unternehmen mit steigenden Hardwarekosten und Lieferengpässen konfrontiert sind, die an die späten 1990er Jahre erinnern.
Hyperscaler wie Meta (META) und Alphabet (GOOGL) wenden sich ebenfalls den Kreditmärkten zu, um den Ausbau von Rechenzentren zu finanzieren, und geben dabei Anleihen im Umfang von mehreren zehn Milliarden Dollar aus. Die Bank stellte fest, dass dieser Wandel hin zur Kreditfinanzierung an die Dotcom-Ära erinnert, obwohl die Bilanzen heute deutlich stärker sind.
Der Bericht kam zu dem Schluss, dass die Schuldenaufnahme eine Chance und kein Stresssignal darstellt, warnte jedoch davor, dass der Wechsel von Bargeld zu Krediten selten positiv für Anleihegläubiger ist.
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