Bitcoin ist in der Nacht unter die Marke von 100.000 Dollar gefallen, und die Stimmung ist dramatisch. Fast alle glauben nun, dass Bitcoin in einen neuen Bärenmarkt gestartet ist. Der Verkaufsdruck wohlhabender Bitcoiner, der sogenannten Whales, hat in den letzten Wochen spürbar zugenommen. Dennoch sprechen Marktanalysten nicht von einer massenhaften Ausstiegswelle.
Das Muster, das wir derzeit sehen, passt ihrer Ansicht nach vielmehr zu einer späten Phase eines typischen Bitcoin-Marktzyklus.
Großer Whale verschiebt Bitcoin im Wert von 237 Millionen Dollar
Am Donnerstag transferierte ein großer, bekannter Whale – eine Wallet, die mit dem Trader Owen Gunden verknüpft ist – 2.400 Bitcoin im Wert von über 237 Millionen Dollar an Kraken. Die Transaktion folgt auf mehrere große Verschiebungen der vergangenen Wochen, wodurch der Eindruck entstand, dass frühe Investoren massenhaft Gewinne mitnehmen.
OWEN GUNDEN JUST SOLD ANOTHER $290M BTC
Owen Gunden just moved all of the remaining BTC out of his accounts. He deposited over HALF of his holdings directly into Kraken, depositing a total of $290.7M of BTC into Kraken.
He now has only $250M of Bitcoin remaining. pic.twitter.com/ZUB3aToAgH
— Arkham (@arkham) November 13, 2025
Das Blockchain-Analyseunternehmen Glassnode hält diese Bewegungen historisch jedoch für üblich. Derzeit veräußern Langzeit-Halter etwa 26.000 Bitcoin pro Woche. Laut Glassnode handelt es sich damit weiterhin um einen schrittweisen und breit gestreuten Verkauf.
🧵 Let’s set the record straight.
Recent narratives such as “OG Whales Dumping” or “Bitcoin’s Silent IPO” have sparked debate.
However, the data tells a more nuanced story. Using Glassnode’s on-chain models, we’ll break down what’s actually happening beneath the surface👇
— glassnode (@glassnode) November 13, 2025
„Es ist kein plötzlicher Exit alter Investoren. Es ist typisches spätzyklisches Gewinnmitnehmen, wie wir es auch in früheren Bullenmärkten gesehen haben“, so Glassnode.
Bitcoin noch nicht am Hoch
Auch Vincent Liu von der Trading-Firma Kronos Research sieht keinen Grund zur Panik. Seiner Ansicht nach deuten die Verkäufe auf eine strukturierte Gewinnrotation hin.
„Dass wir spät im Zyklus sind, bedeutet nicht, dass der Markt seinen Gipfel erreicht hat. Es deutet vor allem auf nachlassendes Momentum hin, während Makroökonomie und Liquidität jetzt wichtiger werden“, so Liu.
Nicht alle Analysten sind jedoch zuversichtlich. Charlie Sherry von der australischen BTC Markets sieht, dass die Nachfrage, um den Abverkauf der Whales aufzufangen, schwächer geworden ist.
Seiner Ansicht nach ist es noch zu früh, von einem Markthoch zu sprechen, doch das Timing fügt sich in historische Muster. In früheren Zyklen lagen die Tops grob vier Jahre auseinander: 2017, 2021 – und nun womöglich erneut.
Das jüngste Allzeithoch vom 6. Oktober 2025 lag 1.050 Tage nach dem vorherigen Tief – vergleichbar mit früheren Zyklen. Aktuell notiert der Bitcoin-Kurs knapp über 97.000 Dollar, und der Markt steht stark unter Druck.